Ak kollektivvertrag metallindustrie

Am 19. Mai 2012 begrüßte der Vorsitzende von Südwestmetall, Rainer Dulger, den jüngsten Kompromiss in der Metallindustrie (siehe Pressemitteilung). Seiner Ansicht nach ließ die neue Vereinbarung den Unternehmen Raum, flexibel mit den Vorschriften über die Bindung neu qualifizierter Lehrlinge und die Beschäftigung von Leiharbeitnehmern umzugehen. Der Südwestmetall-Vorsitzende betonte zudem, dass die Lohnerhöhung von 4,3 Prozent die positive wirtschaftliche Entwicklung in der Branche widerspiegele, von der die Beschäftigten profitierten. 7Die zweite Motivation für diese Studie ist die Erstellung und verstärkte Verbreitung von Daten über Vereinbarungen auf Unternehmens- und Industrieebene und die Einführung einer neuen Kodifizierung von Tarifverträgen durch die Direction de l`animation de la recherche, des études et des statistiques (Abteilung für die Koordinierung von Forschung, Studien und Statistiken – DARES) (siehe unten). Obwohl diese Quellen Grenzen haben, öffnet ihre Entwicklung den Weg für eine Erneuerung der statistischen Analysen der Tarifverhandlungen (Avouyi-Dovi et al., 2009; Carlier, Naboulet, 2009; Naboulet, 2011; André, Breda, 2011; André, 2012; Jauneau, 2012).6 Schließlich wies Helga Schwitzer, Mitglied des IG Metall-Vorstands, auf die wichtige Rolle der Sozialpartner auf Der Betriebsebene hin. Sie betonte, dass es ihre Verantwortung sei, die einzelnen Punkte des Pilotabkommens aus Baden-Württemberg umzusetzen. Am 22. Mai 2012 begrüßte Frau Schwitzer in einer Pressemitteilung auch den mit der VGZ erzielten Kompromiss zur Verbesserung der Bedingungen für Leiharbeitnehmer in der Metall- und Elektroindustrie. 5 Vgl. z. B. Jobert (2010) über die Verteilung dieser Art von Vereinbarungen bei Tarifverhandlungen auf Betriebsebene über die Arbeitszeit; oder Docks (2008) über die Entstehung dieser Art von Vereinbarungen auf branchenübergreifender Ebene.

In Bezug auf die Bedingungen der Vereinbarung hob Huber die neuen Bedingungen für Leiharbeitnehmer in metallverarbeitenden Betrieben hervor und sagte, dass der Kompromiss den Arbeitsteilungen in den Betrieben entgegengewirkt habe, während gleichzeitig die Tarifverträge der IG Metall flexible Lösungen für eine “flüchtige Wirtschaft” lieferten. 50Großauftragnehmer bei Call-Service-Center-Anbietern spielen eine zentrale Rolle bei der Aufrechterhaltung niedriger Löhne, indem sie die Preise für angeforderte Dienstleistungen senken und sogar über die so genannten “umgekehrten” Auktionen hinausgehen, die derzeit von den Akteuren selbst verurteilt werden. Gewerkschaftsvertreter und Arbeitgeber sind sich in einem Punkt einig, den sie für selbstverständlich halten: Kundenkontaktzentren haben angesichts der Forderungen ihrer Auftragnehmer wenig Spielraum für Lohnverhandlungen. Die Verhandlungen zwischen dem Callcenter und seinem Auftragnehmer spielen eine zentrale Rolle im Prozess der Lohnfindung, was aus den Ausführungen des Personaldirektors eines Großauftragnehmers deutlich wird: “Wir diskutieren endlos über Löhne. Löhne, das ist die eigentliche Diskussion, da gibt es einen Spielraum. Was verhandelt der Auftragnehmer mit dem Anbieter? Er verhandelt über einen Preis, den “Preis pro Stunde Produktion”, was man für 60 Minuten Arbeit am Telefon bekommt.” Bei den Arbeitskosten, die je nach Einzelfall zwischen 70 und 80 % der Umsatzerlöse von Callservice-Centern ausmachen, steht die Kostenwettbewerbsfähigkeit im Mittelpunkt und konzentriert sich auf die Lohnbedingungen (auch von Mathieu Béraud et al., 2008).