Tarifvertrag ig bce 2018 laufzeit

Nach dem Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) sind in Betrieben mit fünf oder mehr Beschäftigten alle Arbeitnehmer (mit Ausnahme der leitenden Angestellten) berechtigt, an Betriebsratswahlen teilzunehmen oder Betriebsratsmitglieder zu werden. Dazu müssen sie kein Gewerkschaftsmitglied sein. Während der Betriebsrat Über mitbestimmungsrechte sowie Mitberatungs- und Informationsrechte in Sozialen und Gesundheits- und Sicherheitsfragen hat, erstrecken sich diese Rechte nicht auf Tarifverträge (es sei denn, die Vereinbarung erlaubt es dem Betriebsrat ausdrücklich, sich mit solchen Themen zu befassen). Die im Metall- und Elektrosektor getroffenen Tarifverträge dienen vielen anderen Sektoren als Muster, doch sind die Musterverhandlungen durch eine wachsende Kluft zwischen den stabileren Arbeitsbeziehungen im exportorientierten verarbeitenden Gewerbe und den schwierigeren und konfliktreichen den privaten Dienstleistungssektoren, die von der privaten Nachfrage abhängig sind, betroffen. Teilzeitarbeit ist in Deutschland eine sehr weit verbreitete Form der Frauenbeschäftigung. Als Reaktion auf das westdeutsche Modell der männlichen Ernährer/Alleinverdiener förderten die Arbeitsmarktreformen der frühen 2000er Jahre die Teilzeitarbeit als Mittel zur Erhöhung der Beschäftigung von Frauen. Die EU-Arbeitskräfteerhebung (EU-AKE) ergab, dass 2018 46,7 % der weiblichen Arbeitnehmer Teilzeit arbeiteten, verglichen mit 9,3 % der männlichen Arbeitnehmer. Der Gesamtanteil der Teilzeitbeschäftigten in Deutschland lag 2018 bei 26,8 % und damit deutlich höher als im EU-Durchschnitt (18,5 %). Die Mehrheit der Teilzeitbeschäftigten arbeitet nicht in Standardbeschäftigung, sondern in atypischen Formen, den sogenannten Minijobs. Der Begriff der “organisatorischen Repräsentativität” ist im deutschen System unbekannt.

Das alternativgehende Konzept ist “Tariffähigkeit”. Sie hat eine Grundlage im Grundgesetz (Koalitionsfreiheit), dem Tarifgesetz und wird von den Urteilen des Bundesarbeitsgerichts geregelt. Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände haben das Recht, Tarifverhandlungen zu führen, wenn Tarifverhandlungen als gesetzliche Aufgabe bezeichnet werden (Artikel 2 des Tarifvertragsgesetzes). Nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts sind die Hauptindikatoren der “kollektiven Verhandlungsfähigkeit” die organisatorische Unabhängigkeit (der Gegenpartei und Dritter), die innere Demokratie und die soziale Stärke, die Gegenpartei an den Verhandlungstisch zu drängen und die Umsetzung der Tarifergebnisse durchzusetzen. Um den Mitgliederrückgang zu überstehen, bietet die überwiegende Mehrheit der Arbeitgeberorganisationen eine Mitgliedschaft ohne verbindliche Verpflichtung zur Anwendung von Tarifverträgen an. Das Bundesarbeitsgericht hat entschieden, dass sie dies tun dürfen, da Mitglieder, die keine Tarifverträge anwenden, die Organisation in tariflichen Fragen nicht beeinflussen. Handwerksgilden, die an Tarifverhandlungen teilnehmen, ist es untersagt, unverbindliche Mitgliedschaften anzubieten. Wir haben in der chemischen Industrie einmal mehr gezeigt, dass eine starke Gewerkschaft nachhaltige Ergebnisse für die Arbeitnehmer erzielt. Wir haben uns nicht nur um ein deutliches Einkommenswachstum in einem schwierigen Gesamtumfeld gekümmert, sondern auch die demographischen Zulagen in diesem Tarifvertrag aktualisiert und gestärkt. Das ist wichtig für die Menschen und die Industrie; dies ist eine echte Investition in die Zukunft. Der neue Tarifvertrag in der chemischen Industrie steht. Die IG BCE konnte ein zukunftsfähiges Arbeitszeitkonto und eine arbeitgeberfinanzierte Pflegeversicherung erreichen.

Zwischen 2012 und 2018 lag das BIP-Wachstum in Deutschland bei 7,49 % und damit unter dem EU-Durchschnitt (9,73 %). Die Arbeitslosenquoten für alle Kategorien gingen weiter zurück und lagen unter dem EU-Durchschnitt, insbesondere der Jugendarbeitslosigkeit, die 2018 bei 6,2 % lag und damit deutlich unter dem EU-Durchschnitt für dieses Jahr (15,2 %) lag. Weckes, M. (2018), Mehr Quote wagen – Die Frauenquote für Aufsichtsräte greift , Böckler Impuls Vol. 04/2018, Düsseldorf. In vielen Branchen haben Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände eine gemeinsame Streitbeilegungsvereinbarung (Schlichtungsvereinbarung) geschlossen.